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Frostschutzventil ESBE VTN100: die Absicherung der Wärmepumpe gegen Einfrieren

Monoblock-Luft/Wasser-Wärmepumpen haben eine verwundbare Eigenschaft: Der Wasserkreislauf führt bis zur Außeneinheit, die im Frost steht. Solange die Pumpe läuft, zirkuliert das Wasser und friert nicht ein. Das Problem entsteht bei einem Stromausfall während starken Frosts – die Umwälzpumpe stoppt, das Wasser bewegt sich nicht mehr und beginnt abzukühlen. Sinkt die Temperatur unter den Gefrierpunkt, dehnt sich das Eis aus und kann sowohl den Plattenwärmetauscher als auch die Rohrleitungen der Außeneinheit zum Bersten bringen. Die Reparatur ist kostspielig, und Frostschäden sind zudem typischerweise von der Garantie ausgeschlossen.

Autor: Jaromír Bittner - Vertriebsmitarbeiter

Genau für dieses Szenario ist das Frostschutzventil ESBE VTN100 vorgesehen. Es ist eine einfache, rein mechanische Absicherung, die bei Bedarf Wasser aus dem System ablässt, bevor es gefrieren kann.

So funktioniert das VTN100

Das Herzstück des Ventils ist ein hochpräzises Wachs- (thermostatisches) Element, das auf die Temperatur des durchströmenden Mediums reagiert – keine Elektronik, keine Stromversorgung. Das Prinzip ist bewusst einfach:

  • Öffnung bei 3 °C (±1 °C): Sobald die Wassertemperatur am Ventil unter 3 °C sinkt, beginnt sich das Ventil zu öffnen und Wasser abzulassen.
  • Zufluss von wärmerem Wasser: Durch das Ablassen des kalten Wassers gelangt wärmeres Wasser aus einem anderen Teil des Kreislaufs zum Ventil. Das System wird also nicht schlagartig entleert – es wird nur so viel Wasser abgelassen, wie unbedingt nötig ist, damit es nicht einfriert.
  • Schließen bei 4 °C (±1 °C): Sobald die Medientemperatur wieder auf etwa 4 °C ansteigt, schließt das Ventil selbsttätig.

Automatisches Schließen und kontrolliertes Ablassen

Nach Ende des Frostrisikos und Erwärmung des Mediums schließt das Ventil automatisch und erfordert kein manuelles Zurücksetzen. Bestandteil ist auch ein Unterdruck- (Vakuum-)Ventil, das bei Bedarf eine vollständige Entleerung des geschützten Kreislaufabschnitts ermöglicht – Luft gelangt in die Rohrleitung und das Wasser kann vollständig ablaufen.

Der maximale Ablassvolumenstrom beträgt etwa 2 l/min (bei 1 °C und einer Druckdifferenz von 3 bar; Kvs 0,07 m³/h). Es handelt sich also nicht um eine Notentleerung des gesamten Systems, sondern um ein kontrolliertes, sparsames Ablassen ausschließlich des gefährdeten Wassers.

Thermostatisches Frostschutzventil ESBE VTN mit Unterdruck-Vakuumventil

VTN100 vs. VTN200 – worin liegt der Unterschied

Die VTN-Baureihe ist in zwei Ausführungen erhältlich. VTN100 reagiert nur auf die Medientemperatur. VTN200 verfügt zusätzlich über einen Umgebungs- (Außen-)Temperaturfühler, der die Ablassfunktion blockiert, wenn die Umgebungslufttemperatur ausreichend hoch ist (über ca. 6 °C). Dadurch wird ein unnötiges Entleeren des Systems im Sommer verhindert, wenn die Pumpe im Kühlbetrieb arbeitet und das Medium kalt sein kann, obwohl draußen keinerlei Frostgefahr besteht. Wenn Ihre Pumpe also auch aktiv kühlen kann, sollten Sie eher das VTN200 in Betracht ziehen; für klassische Heizung ohne Kühlung ist das VTN100 vollkommen ausreichend.

Technische Parameter des ESBE VTN100

Parameter Wert
Öffnungstemperatur (Medium) 3 °C ±1 °C
Schließtemperatur (Medium) 4 °C ±1 °C
Betriebstemperaturbereich des Mediums 0 °C bis 90 °C
Umgebungstemperaturbereich −30 °C bis 60 °C
Ablassvolumenstrom 2 l/min (bei 1 °C und 3 bar; Kvs 0,07 m³/h)
Druckstufe / max. Betriebsdruck PN 10 / 10 bar
Anschluss Außengewinde (G), ISO 228/1 B – G 1" oder G 1¼"
Medium Heizungswasser nach VDI 2035
Gehäusematerial Messing
Dichtung (O-Ring) EPDM
Feder Edelstahl
Einbaulage senkrecht, mit einer Abweichung von ±45°
Wartung wartungsfrei
Konformität PED 2014/68/EU, Artikel 4.3

Konkrete Typen: VTN102 DN25 (G 1", Best.-Nr. 35100100, Gewicht 0,35 kg) und VTN102 DN32 (G 1¼", Best.-Nr. 35100200, Gewicht 0,42 kg).

Grundsätze der korrekten Montage

Damit das Ventil das System tatsächlich schützt, kommt es darauf an, wo und wie es installiert wird. Die wichtigsten Regeln aus der Herstelleranleitung:

  • Im Außenbereich und an der am stärksten gefährdeten Stelle. Die Ventile werden (außerhalb des Gebäudes) in die Vorlauf- und Rücklaufleitung in dem Teil des Systems eingebaut, in dem das Einfrierrisiko am höchsten ist – also so, dass sie die Entleerung der Außeneinheit und der exponierten Rohrleitungen ermöglichen.
  • Abstand zu Wärmequellen halten. Das Ventil darf nicht in der Nähe einer Wärmequelle oder einer Wand installiert werden, da Strahlungswärme die gemessene Temperatur verfälschen und die Funktion beeinflussen würde.
  • Auf ablaufendes Wasser achten. Das obere Ventil ist so zu montieren, dass das abgelassene Wasser nicht auf tiefer liegende Rohrleitungen oder Systemkomponenten abläuft.
  • Nicht abdecken. Das Unterdruck- (Vakuum-)Ventil sowie der Umgebungstemperaturfühler (beim VTN200) dürfen nicht abgedeckt werden.
  • Senkrechte Lage ±45°. Halten Sie die empfohlenen Abstände gemäß Montageanleitung ein (Abbildungen 1–3).

Vor einer eventuellen Demontage ist das System zunächst drucklos zu machen – es besteht Verbrühungsgefahr, da heißes Wasser aus dem System austreten kann.

Für wen sich das VTN100 lohnt

Das Frostschutzventil ist eine kostengünstige Absicherung gegen teure Schäden. Es ist überall dort sinnvoll, wo eine Monoblock-Luft/Wasser-Wärmepumpe im Außenbereich steht und die Gefahr besteht, dass bei einem längeren Stromausfall während Frost das Wasser stehen bleibt. Die Kosten für das Ventil betragen nur einen Bruchteil des Preises eines Plattenwärmetauschers, daher ist die Wirtschaftlichkeit unter Risikogesichtspunkten eindeutig. Das Ventil ist rein mechanisch und wartungsfrei, sodass Sie nach der fachgerechten Installation in der Praxis nicht mehr daran denken müssen.

Häufige Fragen (FAQ)

In der Regel zwei – eines in der Vorlaufleitung und eines in der Rücklaufleitung, damit beide zur Außeneinheit führenden Stränge geschützt sind.

Nein. Es lässt nur eine kleine Wassermenge ab (max. ca. 2 l/min), bis wärmeres Wasser ankommt. Ziel ist es, das Einfrieren zu verhindern, nicht den gesamten Kreislauf zu entleeren.

Nein. Sobald die Medientemperatur auf etwa 4 °C ansteigt, schließt das Ventil selbsttätig. Prüfen Sie danach nur noch den Systemdruck und füllen Sie gegebenenfalls Wasser nach.

Ja, und genau das ist sein Zweck. Es arbeitet nach dem Prinzip eines Wachs-Thermostatelements und benötigt daher keine Stromversorgung – es schützt auch während eines Stromausfalls.

Entsprechend der Dimension Ihrer Rohrleitung: VTN102 DN25 hat ein Außengewinde G 1", VTN102 DN32 hat G 1¼".

Wenn die Pumpe auch im aktiven Kühlbetrieb arbeitet. Dank des Umgebungstemperaturfühlers lässt das VTN200 im Sommer kein Wasser ab, wenn das Medium wegen der Kühlung kalt ist, draußen aber keine Frostgefahr besteht.

Es ist für Heizungswasser nach VDI 2035 in Systemen bis PN 10 (max. 10 bar) und einer Medientemperatur von 0–90 °C vorgesehen. Prüfen Sie vor dem Einsatz in der konkreten Anwendung stets die örtlichen und nationalen Vorschriften.