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Regenwassernutzung clever gelöst: Wilo-Extract FIRST als Pumpe und Steuerung in einem

Regenwasser ist längst nicht mehr nur ein Modethema. Toilettenspülung, Waschwasser, Gartenbewässerung oder Beregnung – wenn Sie auf Ihrem Grundstück einen Speicherbehälter oder eine Zisterne haben, lautet die Frage nicht ob Sie Regenwasser nutzen, sondern womit Sie es daraus fördern. Die Wilo-Extract FIRST ist eine mehrstufige Tauchpumpe, die genau für dieses Einsatzszenario entwickelt wurde: Ein einziges Gerät ersetzt Pumpe, Druckschalter, Trockenlaufschutz und Automatik. Ganz gleich, ob Sie eine Pumpe für einen unterirdischen Schacht oder für einen gegrabenen Brunnen suchen – die Wilo-Extract FIRST kann die passende Lösung sein.

Autor: Bc. Jaromír Bittner

Was die Wilo-Extract FIRST eigentlich ist

Es handelt sich um eine voll überflutbare, mehrstufige, selbstentlüftende Tauchmotorpumpe für Hauszisternen, Speicherbehälter und flache Brunnen. Die Bauweise ist als Blockausführung ausgeführt, die Hydraulik besteht aus radialen Laufrädern in mehreren Stufen, und der Motor wird durch das Fördermedium gekühlt. Das ist ein wichtiges Detail: Bei der SE-Ausführung ermöglicht die Kühlung durch das Medium auch die Installation in einem trockenen Schacht außerhalb des eigentlichen Behälters.

Die Pumpe ist in erster Linie für Brauch- und Regenwasser bestimmt. Zu den zulässigen Medien gehören sauberes Wasser, Brauchwasser und Kaltwasser bis 40 °C. Dagegen ist sie nicht für Trinkwasser, zum Entleeren von Schwimmbecken oder für den Dauerbetrieb von mehr als 2 Stunden vorgesehen (zum Beispiel verringert der Betrieb von Springbrunnen die Lebensdauer der Pumpe).

Tauchpumpe Wilo-Extract FIRST

Modellreihe – vier Varianten, zwei Prinzipien

Wilo bietet die FIRST in vier Ausführungen an, die sich in der Anzahl der Stufen und in der Art der Ansaugung unterscheiden:

Versionen ohne die Bezeichnung SE sind klassische Tauchpumpen mit Ansaugsieb an der Unterseite des Gehäuses – sie werden direkt in der Zisterne installiert. Die SE-Versionen haben einen seitlichen Sauganschluss, an den ein schwimmender Saugfilter (Schlauch mit Schwimmer) angeschlossen wird, der das Wasser aus der optimalen Tiefe unterhalb des Wasserspiegels entnimmt. Das hat zwei Vorteile: Wasserentnahme aus der saubereren Schicht fern vom sedimentbelasteten Boden und die Möglichkeit, die Pumpe selbst in einem trockenen Schacht neben dem Behälter zu platzieren.

Technische Parameter

  • Netzanschluss: 1~230 V (±10 %), 50 Hz
  • Nenndrehzahl: 2.860 U/min
  • Maximaler Betriebsdruck: 5 bar
  • Minimaler Eingangsdruck: 0,1–0,5 bar
  • Maximale Eintauchtiefe: 5 m
  • Maximale Medientemperatur: 40 °C
  • Maximaler Sandgehalt: 50 g/m³
  • Maximale Größe fester Partikel: 0,2 mm
  • Schutzart des Motors: IP68
  • Isolationsklasse: F
  • Maximale Schalthäufigkeit: 20×/h
  • Druckanschluss: G1 (1" Innengewinde)
  • Länge des Anschlusskabels: 10 m (H07RN-F mit CEE7/7- / Schuko-Stecker)

Werkstoffseitig basiert die Pumpe auf einer Kombination aus verstärktem Polyphenylenoxid (PPO GF20 und GF30 für Gehäuse und Hydraulik), Edelstahl AISI 304 (Kühlmantel, Welle) und Aluminium (Motorgehäuse). Die Gleitringdichtungen bestehen aus Kohle/Keramik, die statische Dichtung aus NBR.

Ein cleveres Detail: Zwischen den beiden Gleitringdichtungen befindet sich eine Ölkammer, die eine mögliche Undichtigkeit auffängt, noch bevor Wasser überhaupt zum Motor gelangen kann.

Was die FIRST zur „Plug-and-Play“-Pumpe macht

Der entscheidende Unterschied zu einer herkömmlichen Tauchpumpe ist die integrierte Elektronik. Der Anwender muss weder einen separaten Druckschalter noch einen Trockenlaufschutz oder eine automatische Einschaltsteuerung zukaufen. Das funktioniert so:

  • Automatisches Ein-/Ausschalten je nach Wasserentnahme. Sie öffnen den Wasserhahn, der Druck im Leitungssystem fällt unter den Einschaltdruck (je nach Modell 2 oder 2,5 bar), und die Pumpe startet. Nach dem Schließen der Entnahmestelle stoppt sie.
  • Trockenlauferkennung. Wenn die Pumpe nichts mehr fördern kann, schaltet die integrierte Elektronik sie ab, bevor sie beschädigt wird.
  • Thermischer Motorschutz. Bei Überhitzung schaltet der Motor selbsttätig ab; nach dem Abkühlen und dem Ziehen/Wiedereinstecken des Steckers startet er erneut.
  • Kickoff-Funktion (automatische Spülung). Wenn 24 Stunden lang keine Wasserentnahme erfolgt, startet die Pumpe selbstständig für 2–3 Minuten, um Ablagerungen und ein Verstopfen der Laufräder zu verhindern.
  • Selbstentlüftungsventil im oberen Teil des Gehäuses, wodurch sich die Pumpe nach der ersten Inbetriebnahme schnell füllt.

Die Druckeinstellung ist werkseitig verplombt – am Regler darf nichts verstellt werden.

Installation: nasser vs. trockener Schacht

Nassinstallation (klassisch). Die Pumpe hängt direkt im Behälter in senkrechter Position, aufgehängt an einem Sicherungsseil am Tragegriff und gleichzeitig über die Druckleitung fixiert. Wichtig ist, zwei Abstände einzuhalten:

  • Ansaugsieb / Filter mindestens 200 mm über dem Boden des Schachts oder Behälters (sonst besteht die Gefahr, Sedimente und Sand anzusaugen).
  • Mindestwasserüberdeckung über dem Ansaugelement 150 mm. Unterhalb dieses Niveaus saugt die Pumpe Luft an und die Leistung sinkt.

Die Pumpe darf den Boden nicht berühren – das würde Geräusche und Vibrationen übertragen. Sie darf außerdem nicht liegend installiert werden.

Trockeninstallation (nur bei SE-Versionen). Die Pumpe steht außerhalb des Behälters und saugt das Wasser über einen Schlauch mit schwimmendem Filter an, der an den seitlichen G1-Anschluss angeschlossen ist. Der Motor wird im Betrieb durch das durchströmende Medium gekühlt und benötigt daher keine Eintauchung. Achtung – das Selbstentlüftungsventil im oberen Teil des Gehäuses lässt bei dieser Installation eine kleine Menge Wasser durch, das ist kein Defekt. Deshalb empfiehlt Wilo die Trockeninstallation nur im Außenbereich, nicht in einem Technikraum.

Vor der ersten Inbetriebnahme der SE-Ausführung füllen Sie den Saugschlauch mit Wasser – die Extract FIRST ist nicht selbstansaugend.

Hydraulik und elektrischer Anschluss

Auf der Druckseite verwenden Sie entweder Stahlrohre mit Verschraubung oder halbstarre PE-Rohre. Der Rohrdurchmesser darf nicht kleiner sein als der G1-Anschluss an der Pumpe – jede Verengung reduziert die Leistung. Bei der Montage an halbstarren Rohren muss die Pumpe am Tragegriff mit einem Sicherungsseil aufgehängt werden, damit das Gewicht am Seil hängt und nicht an der Rohrleitung.

Elektrisch gelten vier Bedingungen:

  • Netzanschluss mit Schutzleiter PE,
  • FI-Schutzschalter RCD 30 mA im Stromkreis,
  • Absicherung max. 16 A,
  • kein Frequenzumrichter, keine Verteilerstecker, keine „Spar“-Stecker und kein Inselwechselrichter (Solarsysteme ohne korrekte Regelung können Überspannungen verursachen, die die Pumpe zerstören).

Der Anschluss muss von einer Elektrofachkraft nach ČSN ausgeführt werden. Bei der einphasigen Ausführung ist die Drehrichtung kein Thema – sie kann nicht verwechselt werden.

Wartung

In der Praxis keine. Wilo gibt an, dass die Pumpe keine regelmäßige Wartung benötigt. Wenn die Leistung nachlässt, ist der erste Schritt, die Pumpe herauszuziehen und das Ansaugsieb mit einer weichen Bürste unter Wasser zu reinigen. Alles Weitere – Austausch der Gleitringdichtungen, Reparatur der Elektronik, Austausch des Kabels – gehört in die Hände eines Servicetechnikers.

Die häufigste Ursache echter Störungen sind Sand und Ablagerungen, die die Hydraulik verstopfen. Wenn Ihre Wasserquelle (insbesondere ein flacher Brunnen) mehr als 50 g Sand pro m³ enthält, muss ein Vorfilter eingesetzt oder ein anderer Pumpentyp gewählt werden.

Häufige Fehler bei der Installation

Aus der Störungstabelle in der Anleitung lassen sich typische Probleme ablesen:

  • Zu kurze Kabel oder zu geringer Leiterquerschnitt → Spannungsabfall beim Anlauf und die Pumpe schaltet wiederholt ab.
  • Pumpe zu tief installiert → Ansaugen von Sand, Verstopfungen, verkürzte Lebensdauer.
  • Niedriger Wasserstand im Behälter → Luft in der Hydraulik, die Pumpe „stottert“ und der Thermoschutz schaltet ab.
  • Zu häufiges Schalten (mehr als 20×/h) → meist Undichtigkeit auf der Druckseite, defektes Rückschlagventil oder zu kleiner Druckbehälter. Der Vordruck im Membrandruckbehälter muss um 0,3 bar niedriger sein als der Einschaltdruck der Pumpe.

Häufige Fragen

Ja, genau dafür ist die Baureihe vorgesehen – für die Nutzung von Regenwasser für Toiletten, Waschmaschinen und Bewässerung in Einfamilien- und Doppelhäusern. Für Trinkwasser dürfen Sie sie allerdings nicht verwenden.

Anzahl der Hydraulikstufen und Leistung. Die dreistufige Version (303) hat 0,75 kW und einen Einschaltdruck von 2 bar, die vierstufige (304) hat 1,0 kW und einen Einschaltdruck von 2,5 bar. Die vierstufige Version liefert einen höheren Druck und eignet sich besser für mehrgeschossige Häuser oder längere Rohrleitungsstrecken.

Der seitliche Sauganschluss ermöglicht den Anschluss eines schwimmenden Filters, der Wasser aus der saubereren oberen Schicht des Behälters entnimmt (nicht vom Boden mit Sedimenten). Außerdem können Sie die Pumpe trocken neben der Zisterne installieren – zum Beispiel in einem Technikschacht im Außenbereich.

Nein. Bei der Installation in einem trockenen Schacht bei der SE-Ausführung muss der Saugschlauch vor der ersten Inbetriebnahme manuell mit Wasser gefüllt werden. Bei der Nassinstallation tritt dieses Problem nicht auf, da die Pumpe eingetaucht ist.

5 Meter. Eine tiefere Zisterne oder ein tieferer Brunnen ist für diese Baureihe nicht mehr geeignet.

Über die integrierte Elektronik – die Pumpe erkennt selbst, dass nichts mehr zu fördern ist, und schaltet ab. Ein externer Schwimmerschalter muss nicht zusätzlich gekauft werden.

Nein. Der Hersteller untersagt die Versorgung über Inselwechselrichter ausdrücklich wegen des Risikos von Überspannungen. Wenn Sie einen Betrieb über Solarstrom wünschen, müssen Sie ein Hybridsystem mit Überspannungsschutz oder Netzkompatibilität haben.

Prüfen Sie die Dichtheit der Druckseite (Rückschlagventil, Verschraubungen, Armaturen) und den Vordruck des Druckbehälters. Wenn Sie einen kleinen Membrandruckbehälter haben, ziehen Sie den Austausch gegen einen größeren in Betracht – das reduziert die Anzahl der Schaltvorgänge und verlängert die Lebensdauer.

Im normalen Betrieb praktisch nie. Wenn der Durchfluss nachlässt, ziehen Sie die Pumpe heraus und reinigen Sie das Ansaugsieb mit einer Bürste unter fließendem Wasser. Die Kickoff-Funktion startet die Pumpe selbst einmal alle 24 Stunden kurz, um ein Verkleben von Schmutzpartikeln zu verhindern.

Der Installationsort muss frostgeschützt sein. Wenn die Zisterne im Erdreich unterhalb der Frostgrenze liegt, ist das kein Problem. Bei einer trockenen Außeninstallation müssen Druckleitung, Absperrschieber und Schaltschrank isoliert werden – sonst droht ein Rohrbruch.

Ein Absperrschieber auf der Druckseite (Serviceeingriff ohne Entleerung der Rohrleitung), ein grober oder feiner schwimmender Filter bei der SE-Ausführung sowie ein externer Druckbehälter, wenn Sie die Anzahl der Schaltvorgänge reduzieren möchten.

Quellen: technische Anleitung Wilo-Extract FIRST (Ausgabe 2022-10, Herstellnummer 6094303), Produktblatt von Wilo und Katalogangaben des Herstellers.